Linux auf der dbox II installieren

Eine Anleitung nicht nur für Anfänger

Voraussetzungen

Foto: dbox II

Man braucht:

Wichtig ist, dass sich die dbox bereits im Debug-Mode befindet. Wie das geht, wird im Tuxbox-Wiki erläutert. Wer sich selbst das Modifizieren nicht zutraut, sollte sich einen entsprechenden Dienstleister suchen.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Textes. Daher kann keine Verantwortung für Schäden übernommen werden, die durch das Vertrauen auf die Inhalte dieser Website oder deren Gebrauch entstehen. Auch wenn bei der Erstellung dieser Inhalte mit großer Sorgfalt vorgegangen wurde, so sind Fehler nicht auszuschließen.

Hintergrundinformationen findet man auch in c't Ausgabe 24/2006 auf Seite 154 unter dem Thema "Firmware-Tuning".

Hardware

Es gibt die dbox II von den Herstellern Nokia, Sagem und Philips. Geräte von Sagem wurde mit einem (1x) oder mit zwei (2x) Flash-Bausteinen hergestellt. Nokia und Philips hingegen haben ausschließlich Boxen mit zwei Flash-Bausteinen produziert. Die Zahl der Flash-Bausteine ist bei der Auswahl der passenden Image-Datei wichtig!

Ein Blick ins Innere der dbox verrät, um welche Hardware es sich handelt. Wer sich nicht sicher ist, sollte jetzt den Netzstecker aus der Steckdose ziehen und anschließend sein Gerät aufschrauben! (Mann kann natürlich auch versuchen oben durch die Lüftungsschlitze zu gucken.)

dbox 2 Platine Anmerkung
Bild Sagem dbox II, 1x Intel
Bild Platine ohne Speichererweiterung, 1x Intel
Bild Sagem dbox II, 2x Intel
Bild Speicherbausteine 2x Intel
Bild Platine mit Speichererweiterung, 2x Intel
Bild Intel Flash-Baustein einzeln
Bild DIMM SDRAM-Sockel 3.3Volt 100-Pin

Neben Flash-Bausteinen von Intel wurden auch Module von AMD verbaut. Das spielt aber für die Auswahl eines Image keine Rolle. Wenn die dbox wieder zugeschraubt ist, dann der Stecker auch wieder in die Steckdose.  :-)

Firmware

Die Firmware wird als ucodes bzw. µcodes bezeichnet. Dieser Microcode ist Copyright-Geschützt und muss vorab gesichert werden! Die ucodes sind nicht Bestandteil der Image-Dateien.

Software Anmerkung
Bild Backup der ucodes per FTP-Client

Den µcode kann man mit Hilfe der Software µcode-Checker überprüfen.

Verbindung

Foto: dbox II Bevor man loslegt, muss die dbox mit dem PC verbunden werden. Jetzt wird entweder eine direkte Netzwerkverbindung über ein gekreuztes Patchkabel hergestellt, oder Mini-Netzwerk aufgebaut. Für das Kleinstnetz werden ein Hub und zweich Netzwerkkabel gebraucht, die eine Verbindung zwischen der dbox und dem PC herstellen. Weitere Verbindungen sollten am Hub jetzt nicht angeschlossen sein!

Zusätzlich sollte man die RS232-Schnittstelle der dbox mit dem COM-Port (Serielle-Schnittstelle) des PCs verbinden werden. Das ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber wenn man keinen Blindflug versuchen will, ist die Ausgabe von Fehler- und Kontrollmeldungen sehr hilfreich.

Um Probleme beim Flashen zu vermeiden, empfehle ich die Firewall kurzzeitig abzuschalten!

Image

Ich empfehle beim Flashen eines neuen Image in zwei Schritten vorzugehen:

1. Backup

Vor dem Flashen eines neuen Image, empfehle ich ein Backup des bestehenden Systems mit dem DBOX II - Boot-Manager durchzuführen!

DBOX II - Boot-Manager / LCD Anmerkung
Bild

Auf der ersten Seite (Settings) müss eine Reihe von Einstellungen vorgenommen werden:

  • IP-Adresse der dbox (falls bekannt)
  • RARP-Server einschalten
  • Netzwerkkarte des PCs an der die dbox angeschlossen ist
  • COM-Port des PCs an den die dbox angeschlossen ist
  • Root-Verzeichnis (hier wird das Verzeichnis angegeben, wo das Image landen soll)

Jetzt nicht Start drücken!

Bild

Über die Reiter auf der linken Seite zu Utilities wechseln.

Bild

Anschließend auf Image auslesen klicken und auswählen, wo das Backup-Image gespeichert werden soll.

Bild

Im Boot-Manager erscheint in der Fusszeile "DBox einstecken, warte auf Boot-Prozedur...". Jetzt muss die dbox gestartet werden. Also entweder dbox einschalten oder Reset auslösen.

Bild Die dbox bootet...
Bild Die Daten werden ausgelesen...
Bild Das Protokoll des COM-Terminals eines Backup-Vorgangs.
Bild Das Protokoll der TFTP Ausgaben eines Backup-Vorgangs.
Bild Das Image wurde erfolgreich ausgelesen!
Bild Das Backup ist damit fertig!

2. Flashen

Im Prinzip wird hier immer der DBOX II - Boot-Manager verwendet. Dieser ist wenn man es genau nimmt nur ein GUI (Grafische Benutzeroberfläche) für Konsolenbefehle. Der Imageflashingassistent von Hallenberg vereinfacht das Flashen, indem es ein GUI für eine gepatchte Version des DBOX II - Boot-Managers bereitstellt.

Hallenberg Imageflashingassistent DBOX II - Boot-Manager
Software / LCD Anmerkung
Bild Ohne Nullmodemkabel geht es zwar, ist aber nicht zu empfehlen!
Bild Serielle Schnittstelle (COM-Port) wählen.
Bild Vor dem Flashen wird das Image geprüft.
Bild Jetzt kann der eigentliche Flash-Vorgang beginnen...
Bild Die dbox bootet...
Bild Auf dem Fernseher erscheint dieses Bild.
Bild Die Software wird in die dbox geladen...
Bild Backup der bestehenden Daten...
Bild Löschen der bestehenden Daten...
Bild Im Hintergrund arbeitet eine angepasste Version des DBOX II - Boot-Managers
Bild Nur wenn das Nullmodem-Kabel angeschlossen ist, kann man auch verfolgen, was gerade passiert.
Bild Jetzt erst wird das neue Image in den Flash-Speicher der dbox II übertragen.
Bild Die Prüfung, ob alles fuktioniert hat ist der letzte Schritt vor dem Neustart.
Bild Ein Protokoll wird als Zusammenfasung vom Imageflashingassistent angezeigt.
Bild Und im Display der dbox erscheint: Fertig!
Software / LCD Anmerkung
Bild

Auf der ersten Seite (Settings) müss eine Reihe von Einstellungen vorgenommen werden:

  • IP-Adresse der dbox (falls bekannt)
  • RARP-Server einschalten
  • Netzwerkkarte des PCs an der die dbox angeschlossen ist
  • COM-Port des PCs an den die dbox angeschlossen ist
  • Root-Verzeichnis (hier wird das Verzeichnis angegeben, wo das Image landen soll)

Jetzt nicht Start drücken!

Bild Über die Reiter auf der linken Seite zu Utilities wechseln und "Image flashen".
Bild Für den Flash-Vorgang muss eine Image-Datei ausgewählt werden.
Bild Letzte Warnung! Und schon kann es los gehen...
Bild Im Boot-Manager erscheint in der Fusszeile "DBox einstecken, warte auf Boot-Prozedur...". Jetzt muss die dbox gestartet werden. Also entweder dbox einschalten oder Reset auslösen.
Bild Die dbox bootet...
Bild Auf dem Fernseher erscheint dieses Bild.
Bild Protokolldaten werden nur bei angeschlossenem Nullmodem-Kabel angezeigt.
Bild Das Protokoll des COM-Terminals eines Flash-Vorgangs.
Bild Protokoll der TFTP Ausgaben eines Flash-Vorgangs
Bild Die Abschließende Meldung, die dbox kann neu gestartet werden.
Bild Im Boot-Manager erscheint in der Fusszeile: Finished!

Am Ende des Flashens wird die dbox mit einem Reset neu gestartet. Dazu muss man die drei Bedienknöpfe hinter der Frontklappe gleichzeitig drücken.

Hardware Anmerkung
Bild Die geschlossene dbox II verbirgt die Bedienknöpfe hinter der Frontklappe.
Bild Mit heruntergeklappter Frontklappe wird der Zugriff auf die drei Bedienknöpfe und die zwei CAM-Schächte (Conditional Access Modul) möglich.
Bild Für einen Reset der dbox müssen alle drei Knöpfe gleichzeitig gedrückt werden, bis das System neu startet.

Jetzt kann man seine Firewall wieder aktivieren.

Inbetriebnahme

Egal ob es sich um ein Modell für Sat oder Kabel handelt, es fehlen noch einige Kleinigkeiten.

LCD / OSD / Fernseher Anmerkung
BMon V1.2

Beim Booten der dbox erscheinen Debug-Medlungen. Das ist OK so!

BMon V1.2 mID 03
feID 00   enxID 03
fpID 52    dsID 01-
6c.31.b9.07.00.00-b2
HWrev 21  FPrev 0.23
B/Ex/F1(MB) 32/00/08

Diese Daten geben Auskunft über die Bmon-Version, die dsID, die Revision der Hardware und über die größe des Hauptspeichers.

Bild Jetzt wird der Bootloader geladen.
Bild Der Universal Bootloader (U-Boot) lädt das Linux in das RAM der dbox lädt
Bild Jetzt erst wird das Linux auf der dbox II gebootet.
Bild Der Linux-Kernel wird geladen.
Bild Boot-Screen des von mir eingesetzten yadi-Image
Bild Die gewünschte Sprache muss eingestellt werden.
Bild Wurden die ucodes noch nicht auf die dbox kopiert erhält man diese Fehlermeldung. Upload der ucodes am Besten per FTP-Client. Die IP-Adresse der dbox muss zuvor eingestellt werden.
Bild Klar, es wurde ja auch noch kein Suchlauf gestartet!
Bild

Damit die dbox mit der Außenwelt kommunizieren kann, braucht sie einige TCP/IP-Einstellungen.

Eingegeben werden die Werte über die Fernbedienung.

Bild Für das Routing in IP-Netztwerken muss eine Maskierung (Netmask) des verwendeten Adressbereichs vorgenommen werden.
Bild Das Gateway gibt vor, welche IP-Adresse das Gerät hat, über das eine Anbindung an das Interternet erfolgt. Also im Zweifelsfall die IP-Adresse Eures Routers.
Bild Nun hat die dbox eine eigene IP-Adresse.
Bild Das Hauptmenü erreicht man über die dbox-Taste auf der Fernbedienung. Die Kanalsuche ist über Service zu erreichen.
Bild In diesem Beispiel wird eine Sat-dbox eingesetzt an den nur ein LNB angeschlossen ist. Einstellungen für DISEqC entfallen daher. Nur bei Multifeed-Systemen müssen hier Änderungen vorgenommen werden. Gestartet wird die Kanalsuche über den letzten Menü-Punkt Kanalsuche starten.
Bild Die Kanalsuche wurde gestartet ...
Bild ... und zeigt nach kurzer bereits die ersten gefundenen Kanäle.
Bild Jetzt ist die Suche abgeschlossen!
Bild

Es werden eine ganze Reihe von Kanälen gefunden, die zum Teil verschlüsselt sind (hier: Premiere). Ohne passende CAMs (Conditional Access Modul) bleibt der Bildschirm schwarz. Nur die sogenannten FTA-Sender (Free To Air) lassen sich ohne entsprechende Schlüssel anzeigen. Die dbox II hat zwei CAM-Schächte hinter der Frontplatte eingebaut. Weitere Informationen dazu sollte man sich über Premiere oder den Fachhandel holen.

Auch wenn man die Kanalliste mit Hilfe von Bouquets über die Fernbedienung verwalten kann, ist die einfachere Lösung eine Software auf dem PC oder über einen Webbrowser.

Software Anmerkung
Bild

Über das Neutrino-WebInterface kann man die dbox II nicht nur steuern, sondern auch Programminformationen aus dem EPG anzeigen lassen.

Der Bouqueteditor vereinfacht die Verwaltung der Kanäle.

   
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Quelle: http://dbox.muschikrieger.de/

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